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Die selbsterfüllende Prophezeiung – oder der innere Shitstorm und der innere Lovestorm


Blog zum Themenbereich: Persönlichkeitsentwicklung und Kreativität

Die selbsterfüllende Prophezeiung –                                                                                                                                             oder der innere Shitstorm und der innere Lovestorm

Pygmalion in Ovids Metamorphosen (Buch X) war ein Bildhauer, der sich in eine selbst hergestellte Elfenbeinstatue verliebte. Begeistert von der Schönheit seiner eigenen Schöpfung, fleht Pygmalion die Götter an, ihm eine Frau zu geben, die der Statue ähnlich ist. Die Götter erfüllen die Bitte und die Statue erwacht zum Leben.

Die amerikanischen Psychologen Robert Rosenthal und Lenore Jacobson (1968) haben den Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung mit einem Versuch an amerikanischen Grundschulen getestet.

Die Wissenschaftler wählten zufällig einige Schüler aus und erklärten den Lehrern, dass diese Kinder besonders begabt seien und in der nächsten Zeit eine große Leistungssteigerung zu erwarten sei.

Tests nach einem Jahr zeigten, dass genau diese zufällig ausgewählten Schüler ihre Leistungen viel stärker steigern konnten als die Kontrollgruppe. Die Erwartung der Lehrer hat ihr Verhalten gegenüber diesen Schülern, beispielsweise durch mehr Training, Aufmerksamkeit und häufigere Nutzung von Lob, so beeinflusst, dass die Prophezeiung der Wissenschaftler wahr wurde. Man nennt diese Form der Prophezeiung den Pygmalion Effekt.

In einem weiteren Versuch sagten sie zusätzlich den zufällig ausgewählten Lehren, dass sie eine Selektion der besten Lehrer für diese Kinder seien. Die Erwartung der Lehrer an sich selbst stieg und sie verbesserten ihre Performance. Sie erklärten sich die Verbesserung der Leistungen der Schüler damit, dass sie ja auch die besten Lehrer seien. Doch dann erfuhren sie, dass sie zufällig ausgewählt wurden, ohne ihre Expertise zu überprüfen. (nach Brian Tracy)

Dieser Effekt trifft ebenfalls zu, wenn man positive oder negative Aussagen immerzu wiederholt. Je öfter wir solche Aussagen denken oder aussprechen, desto mehr werden sie zur neuen Wahrheit. Es ist daher nicht egal, was wir denken.

Deshalb wiederholen Sie in Gedanken und Worten immer nur das, was Sie möchten. Das nennt man „mentale Disziplin“. Dann geht es Ihnen wie Pygmalion und Ihre gewünschten, wohltuenden Prophezeiungen werden wahr.

Wenn Sie sich dieser Fähigkeit spielerisch nähern wollen, arbeiten sie still oder im Team mit einer Jammer-Strafe:                                Wer jammert bezahlt mit drei ehrlichen und spontanen Komplimenten an einen Kollegen in der Firma. Davon profitieren Sie beide.

When we expect certain behaviors of others, we are likely to act in ways that make the expected behavior more likely to occur.” (Rosenthal and Babad, 1985)

„Wenn wir bestimmte Verhaltensweisen von anderen erwarten, werden wir wahrscheinlich so handeln, dass das erwartete Verhalten wahrscheinlicher wird.“ (Rosenthal und Babad, 1985)

 

 

 

 

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Es ist mir ein Anliegen, dass Menschen emotional intelligent mit sich selbst und mit andern umgehen. Dadurch können wir unsere Energie konstruktiv einsetzen, ohne sie in überflüssigen Reibungen zu verschwenden. Voraussetzung ist, dass wir uns selbst emotional verstehen sowie die mental-emotionalen Dynamiken kennen und bewusst nutzen.

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